Allgemein

Der Veganismus ist längst kein Trend mehr. Stattdessen handelt es sich um eine Lebensweise, die kontinuierlich an Popularität gewinnt. Der Leitgedanke, einen Alltag ohne Tierleid zu leben, überzeugt viele Menschen und geht weit über die Ernährung hinaus. Auch in alltäglichen Bereichen wie Strom, Kleidung und Kosmetik sind vegane Alternativen auf dem Vormarsch. Ein Einblick.

 

Die vegane Ernährung – rein pflanzlich

Veganer verzichten bewusst auf sämtliche Nahrungsmittel von Tieren, um sich aktiv am Tierschutz zu beteiligen. Allein für den Fleischkonsum der gesamten Weltbevölkerung sterben laut Deutschem Tierschutzbund jedes Jahr 56 Milliarden Tiere. Tierisches Seafood ist hierbei noch nicht einkalkuliert. Unter dem massiven Fleischkonsum leiden aber nicht nur die Nutztiere in den Mastanlagen, sondern auch wildlebende Arten. Der Grund: Die Massentierhaltung zerstört wertvollen Lebensraum. Für den Anbau erheblicher Mengen Futterpflanzen werden Wälder abgeholzt und Moore trocken gelegt. Dabei kommt es zur Freisetzung großer Mengen gebundenen Kohlenstoffdioxids (CO2) und wertvolle CO2-Speicher gehen unwiederbringlich verloren. Das befeuert die weltweiten Treibhausgasemissionen.  Hinzu kommen die Missstände, die mit Lebensmitteln von lebenden Tieren wie Eiern oder Milch einhergehen. „Der oft grausame Transport und Tod bleibt keinem der landwirtschaftlich genutzten Tiere erspart. Ein Zustand, den Veganer nicht akzeptieren und unterstützen möchten“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund zum Thema Veganismus und Tierschutz online. Veganer ernähren sich deshalb rein pflanzlich. Für eine ausgewogene Ernährung stehen unter anderem folgende Nahrungsmittel bereit:

 

  • Kartoffeln
  • Getreide
  • Gemüse
  • Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Samen
  • Nüsse
  • Tofu
  • Soja

Mit den richtigen Rezepten kommt in der veganen Küche keine Langeweile auf. Für Köstlichkeiten wie Pizza, Burger, Kuchen oder Gegrilltes braucht es keine tierischen Produkte. Clevere Alternativen erlauben eine ausgewogene Ernährung mit jeder Menge Abwechslung.

Wichtig:

Ein durchdachter und vollwertiger Speiseplan ruft auch im Veganismus (fast) keine Mangelerscheinungen hervor. Es gibt allerdings einen Nährstoff, der über Nahrungsergänzungsmittel hinzugefügt werden muss: Vitamin B12. Da dieses Vitamin fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt, brauchen Veganer eine Ergänzung.

 

Veganismus bei der Stromgewinnung – nicht alle Erneuerbaren sind vegan

Konsequente Veganer achten bei ihrer Lebensweise nicht nur auf den Speiseplan. Auch in vielen anderen Lebensbereichen steht die Vermeidung von Tierleid ganz oben auf der Agenda. Dazu gehört die Entscheidung für veganen Strom und die erfordert nicht nur einen kritischen Blick auf konventionelle, sondern auch auf erneuerbare Energien. „So ist Strom aus Biomasse definitiv nicht vegan, da dieser zu großen Teilen aus tierischen Abfallprodukten hergestellt wird“, so die Erklärung auf der Internetpräsenz von GreenStone Energy, einem in Berlin ansässigen Stromanbieter, dessen veganer Strom ohne Tierleid gewonnen wird. „Nur die industrielle Tierzucht erzeugt so große Mengen an tierischen Abfallstoffen, dass sich der Bau einer Biogasanlage und die Verstromung der Exkremente lohnt.“ Und das sei nicht mit einer veganen Einstellung vereinbar. Auch Energie aus Windkraftanlagen lehnt das Unternehmen ab, weil sie mit ihren Rotorblättern Vögel und Fledermäuse gefährden. Die Tiere könnten die Geschwindigkeit von bis zu 360 km/h nicht einschätzen, kollidieren mit den riesigen Rotorblättern und verenden. Veganer Strom stammt aus Quellen ohne potenzielle Tiergefährdung. Solarenergie spielt dabei die Hauptrolle.

Kleidung und Kosmetik – Tierquälerei in vielerlei Hinsicht

Auch im Namen der Schönheit wird jede Menge Tierquälerei betrieben. Tierschutzrelevant sind unter anderem kosmetische Produkte, weil für die Entwicklung oft Tierversuche durchgeführt werden. Erhebliches Leid kommt außerdem in der Lederindustrie sowie bei der Produktion von Daunen, Wolle und Pelz zustande. Bestes Beispiel ist der Lebendrupf von Gänsen. Veganer achten auf die Herkunft diverser Materialien und verzichten auf tierische Bestandteile. Das gilt auch für versteckte Tierprodukte wie Perlen, Muscheln, Knöpfen aus Knochen, Federn oder Leder-Patches an Jeanshosen. Hilfe beim Einkaufen veganer Kleidung bietet die Tierschutzorganisation PETA, die online über tierische Materialien und wichtige Symbole im Rahmen der Materialkennzeichnung aufklärt. Im Ratgeber finden Interessierte ergänzende Hinweise für Unternehmen, die tierfreie Textilien und Accessoires verkaufen und mit dem PETA-Approved Vegan Logo kennzeichnen.